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Schwerpunkt SĂźdsee

 



Schwerpunkt SĂźdsee

Die weite Inselwelt im Südpazifik umgibt ein Zauber, den man gerne mit grenzenloser Freiheit verbindet. Im ersten Moment öffnet sich vor unserem inneren Auge das Bild weißer Sandstrände, Schatten spendender Palmen, tief blauen Meerwassers, intensiver Farben und Gerüche, die die Sinne betören.

Das Thema Freiheit beschäftigt heute viele Regisseure und Filmproduktionen im südpazifischen Raum, dessen Geschichte von Kolonialisierung, Unabhängigkeitsbewegungen und Identitätssuche der indigenen Bevölkerungen geprägt ist.

Der Aborigine Elder Kevin Buzzacotta ist in Südaustralien politisch aktiv, um sich für die Unabhängigkeit gegenüber dem Common Wealth und gegen Rassismus gegenüber seiner Bevölkerungsgruppe einzusetzen. Auf eine satirische Art und Weise wird hier mit dem stereotypen Bild der Indigenen des fünften Kontinents jongliert. Fast wie ein Beweis für die Freiheit der Aborigines und das respektvolle Miteinander zweier Kulturen liefert der in Berlin bereits bekannte niederländische Regisseur Rolf De Heer die erste Dokumentation in indigener Sprache. Die Balanda, wie die weiße Bevölkerung in dieser genannt wird, und die Gemeinschaft der Ramingining halten an einem gemeinsamen Ziel, dem Bau eines Bootes fest. In Papua Neuguinea hingegen sucht die Bevölkerung seit Generationen ihre Freiheit im Rausch der Betelnut. Die Frucht, die in den Küstenregionen des Inselstaates wächst und durch den florierenden Handel allmählich in das Hochland gelangt, bestimmt dort die heutige wirtschaftliche und soziale Realität. Der Regisseur Chris Owen begleitet eine Familie im Alltag, in der sogar die Kleinkinder dem Rausch und der paradiesischen Wirkung verfallen. Und dann ertappt man sich bei der Frage, ob Chris Owen nicht selbst einer der vielen Aussteiger zu sein scheint, der dem Zauber dieser Region erliegt. Ein Stückchen weiter im neuseeländischen Auckland trifft man dann auf den Maori namens Starfish, der seine Freiheit auf den Straßen und mit dem Putzen unzähliger Autoscheiben auslebt und in einem Filmportrait ein Beispiel für den Alltag vieler Nachkommen der indigene Bevölkerung im Land der weißen Wolken liefert. Und schließlich meldet sich eine Familie der Rapa Nui, Indigene der Osterinsel, zu Wort, indem sie sich von der weit verbreiteten Annahme zu befreien versucht, eine ausgestorbene Bevölkerungsgruppe zu sein, und ihre Sicht der Situation ihres Volkes erzählt.

Das 10. EthnoFilmfest lädt dazu ein, sich die Freiheit zu nehmen die vielen Filme und Dokumentationen über die südpazifischen Inselwelt zu erleben und sich ein Bild grenzenloser Kulturenvielfalt vor Augen führen zu lassen.

 

Focus South Pacific

The vast expanse of the island world in the South Pacific evokes a fascination that people associate with boundless freedom. At the first moment we imagine white sandy beaches, shady palm trees, deep blue sea, intensive colours and aromas, which beguile the senses.

Today the topic of freedom concerns many directors and film productions in the South Pacific region whose history is affected by colonisation, independence movements and the search of identity by the native population.

The Aborigine Elder Kevin Buzzacotta takes active part in politics in southern Australia in order to lobby for independence from the Common Wealth and against racism towards the Aborigines. In a satiric way, here it gets juggled with that stereotypical image of the natives of the fifth continent. Almost like an argument for the Aborigines’ freedom and the respectful cooperation of two cultures, the Dutch director Rolf de Heer who’s already known in Berlin delivers the first documentation in the native language. The Balanda, as the Aborigines call the white population, and the community of the Ramingining pursue a common target namely the construction of a canoe. However in Papua, New Guinea for generations the population looks for its freedom in intoxication from the Betel nut. The plant, which grows in the coastal regions of that archipelagic state, gradually reaches the Highlands through the prospering trade and there defines the contemporary economical and social reality.

The director Chris Owen accompanies a family in everyday life where even the infants are slaves of intoxication and the paradisiacal effect of the Betel nut. And then you catch yourself wondering whether Chris Owen himself is one of the many dropouts who get addicted to the charm of this region.

A little bit farther in Auckland, New Zealand, you can meet the man of the Maori tribe, called Starfish who lives out his freedom on the streets by washing reams of car windows and is indicative with this film portrait of many native descendants’ everyday life in the land of the long white cloud. And finally a Rapa Nui family, natives of the Easter Island, pipes up in order to counter the widely held belief to be an extinct population. For the first time you get to learn the native point of view.

The 10th EthnoFilmfest invites you to take advantage of the opportunity to experience many films and documentations about the South Pacific island world and to let an illustration of boundless cultural diversity pass your eyes.